Naturpädagogik

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Paddelspaß- und Abenteuer

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Paddelspaß- und Abenteuer, so könnte man diesen Tag in wenigen, zutreffenden Worten beschreiben.

Am 12.7. war ein Ausflug im Rahmen des Ferienpasses geplant. Gedacht war eine Paddeltour vom Ditzumerverlaat Richtung Ditzum.

Das sind eine einfache Paddelstrecke von ca. 9km. Hin und zurück wäre selbst für einen Erwachsenen eine anstrengende Tour. Deshalb habe ich innerlich eine halbe Tour angedacht, bis zur Mühle im Wynhamster Kolk.

 

Der Mitarbeiter der Paddelstation, Hannes, sagte uns zu, dass er uns mit dem Bus zurückfahren würde und die Strecke für Kinder leicht zu bewältigen sei. Aufpassen müsse man allerdings bei einer bestimmten Brücke Marke "Schwarzbau". Ein durchkommen mit dem großen Boot ist nicht immer gewährleistet.

Außerdem würde er uns am Ziel mit Würstchen vom Grill belohnen, gestiftet vom MTV Ditzum.

Mit solchen Aussichten ließ es sich gleich nochmal so gut starten.

 

Begleitet wurde die Tour auch von Stanley, Stefan und (leider ist mir der Name entfallen, es ist der Mann, der uns von der Brücke fotografiert, die Tour mit dem Auto parallel begleitet hat und Abends Kinder mit auf den Rückweg genommen hat). Alle 2 ideale Begleiter, so ist es entspannter, zumal es 13 Kinder waren, die es galt sicher ans Ziel zu bringen.

Da ich Kindertouren und Schulklassen öfter begleite und führe, ist man froh um jede Mithilfe und zusätzliche wachsame Augen.

Es muß auch unbedingt erwähnt werden, dass es alle aufgeweckte, clevere Kinder waren, die zu keiner Zeit Schwierigkeiten machten und es riesig Spaß machte, mit ihnen unterwegs zu sein.

 

Das Startwetter zeigte sich von seiner besten Seite. Es war warm mit einer leichten Birse, ohne pralle Sonne. Dass sich dieses noch ändern würde, konnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnen.

 

Es ist nicht einfach ein Kanu auf dem Kurs zu halten. Vor allem 3-Sitzer haben ihre Tücken. So sind Berührungen mit dem Ufer nicht unbedingt gewollt, aber unvermeidlich. Manch ein Kanu dürfte 2-3km mehr gefahren sein als es die Strecke auf Ideallinie hergibt.

Am Wynhamster Kolk, Niedersachsens tiefsten Punkt angekommen, war die erste Pause angesagt. Doch die Pause war für die Kinder gar nicht notwendig. Im Gegenteil, alle machten den Eindruck, dass es jetzt erst losgehen soll. Zu spannend war das Paddeln und all die Eindrücke im und am Wasser.

Entsprechend kurz war die Pause und die nächste Etappe wurde in Angriff genommen. Dass diese Kürze der Pause uns noch zu Gute kommen würde, war zu diesem Zeitpunkt nicht abzusehen.

 

Irgendwann kam auch besagte Brücke. Bei diesem Wasserstand gab es kein Durchkommen, es fehlten 10cm.

Es blieb nichts anderes übrig, das Boot über eine Kuhweide zu ziehen und nach der Brücke wieder zu Wasser zu lassen. Sollten die Kühe vor lauter Schreck saure Milch gegeben haben, so bitten wir an dieser Stelle um Entschuldigung. Allerdings muß man mit sowas rechnen, wenn man eine Brücke Marke "Schwarzbau" errichtet.

 

Nach wenigen weiteren Biegungen war bereits der Kirchturm und die Mühle von Ditzum erkennbar. Die Boote leerten sich langsam, so dass wir paddelnd und teilweise schwimmend ankamen. Hauptsächlich erwiesen sich die Mädchen als die wahren Wasserratten und als hervorragende Schwimmer.

 

Hannes heizte seinem Grill ordentlich ein, denn Hunger hatte jetzt jeder. Sein Blick ging auch immer Richtung Himmel, der sich schlagartig verfinsterte. Seine Besorgnis sollte Recht behalten, 15 Minuten später brach das Unwetter herein, das am Montag für erhebliche Sturmschäden im Rheiderland sorgte. Die Boote wurden über die Wiese geweht, als wäre es ein Stück Papier im Wind.Wären wir in Ditzumverlaat etwas später weg gekommen oder wir hätten in Wynhamster länger Pause gemacht, so hätte es gut sein können, dass wir auf dem Wasser ins Unwetter geraten wären. So war aber alles im grünen Bereich.

Schnell wurde die große Garage zum Aufenthaltsraum mit Grillplatz umfunktioniert und die Bratwürstchen waren der heiße Gegenpol zum kalten Schauer.

Doch jedes Unwetter geht vorbei und kaum war der letzte Regentropfen gefallen, zog es die Kinder wieder aufs Wasser. Jedes Kind schnappte sich ein Kanu und paddelte vor der Station oder Richtung Ortsmitte von Ditzum.

 

Als es zum Aufbruch ging, fanden die Kinder 3 junge Schwalben, die der Sturm aus dem Nest geweht hatte. Die Jungvögel waren in einem erbärmlichen Zustand und es war abzusehen, dass das nicht alle überleben würden, auch wenn man die beste Pflege und alle Kunst anwenden würde.

Auf der Wiese hatten sie keine Überlebenschance. So entschlossen wir uns, die jungen Vögel mit zu nehmen. Ines, ein Mädchen das mitpaddelte, hatte viel Erfahrung mit Vogelaufzucht. Ihr gaben wir alle Vögel mit. Wie Ines mir am Dienstag mitteilte, starb einer. Ein anderer Vogel nahm Futter auf und einer hat ein gebrochenes Bein. Ines hatte die Vögel mit zu einem Zoo genommen und dort den Tierarzt gefragt. Er hat die Vögel an sich genommen und wird sein Bestes versuchen. Vielen Dank an Ines für ihren Einsatz.

 

Doch viele Worte ersetzen nicht die Bilder.

Es kann sein, dass die Galerie noch ergänzt wird, da noch ein paar Bilder versprochen sind.

Für alle war es ein ereignisreicher Tag und mir hat es riesigen Spaß mit allen gemacht.

 

Die Bilder können mit Rechtsklick an der Maus von den Teilnehmern herunter geladen werden.

 

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Bereich: Wissen/Bildung/Schule/Umweltbildung/

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